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31.10.2000 17:03 — BILD: Schwere Vorwürfe gegen Fondsberater Förtsch und Kollegen - Eine Chronologie der Ereignisse (Stand: 19:10 Uhr)

Hamburg/Stuttgart (fondsweb.de) - In ihrer heutigen Ausgabe erhebt die Bild-Zeitung unter dem Titel "Börsen-Betrug - So werden die Aktien gepuscht" schwere Vorwürfe gegen Bernd Förtsch und seinen Kollegen Sascha Opel sowie einen nicht näher genannten "Stuttgarter Finanzdienstleister". Dem Bild-Bericht zufolge soll Sascha Opel, stellvertretender Chefredakteur der Anleger-Zeitschrift Der Aktionär, festgenommen, der nicht näher genannte Stuttgarter Finanzdienstleister ebenfalls festgenommen worden sein.


Nach Bild soll ein System aufgebaut worden sein, bei dem "gezielt Anleger geworben" und mit "sehr hohen sicheren Gewinnen" gelockt worden seien. "Die Anleger kauften Aktien. Anschließend wollte Opel die Papiere auch durch Einschaltung des Chefredakteurs von Aktionär, Bernd Förtsch, gezielt empfehlen, Fachwort: puschen", schreibt Bild. Weiter heißt es: "Förtsch trat auch in TV-Sendungen auf, in denen er abenteuerliche Kursziele für Aktien nannte (...) Vom Gewinn des Deals (...) sollten die Hälfte der Redakteur und der Finanzdienstleister erhalten (...) Beide Beschuldigten hätten die Tatvorwürfe im Wesentlichen eingeräumt", so Bild.


vwd: "Staatsanwaltschaft bestätigt Ermittlungen wegen Insidergeschäften"


In einer Meldung, die gegen 14 Uhr über die Ticker lief, berichtet vwd von Ermittlungen der Stuttgarter Staatsanwaltschäft gegen drei Personen "wegen verbotener Insidergeschäfte". vwd beruft sich dabei auf Oberstaatsanwalt Rainer Christ. Dieser habe bestätigt, dass zwei Haftbefehle erlassen worden seien, von denen einer inzwischen außer Vollzug gesetzt worden sei, und in Stuttgart sowie im Oberfränkischen seien Geschäftsräume durchsucht worden.


vwd: "Universal-Investment steht weiterhin zu Förtsch"


Gegen 14:30 Uhr meldet vwd, dass die Fondsgesellschaft Universal-Investment GmbH, Frankfurt, "an ihrem Berater Bernd Förtsch, Geschäftsführer der Gesellschaft für Börsenkommunikation mbH, Kulmbach, und Chefredakteur der Anlegerzeitschrift "Der Aktionär", festhält". "Bislang liegen uns keine Fakten vor, die es notwendig machen würden, die Zusammenarbeit mit Bernd Förtsch zu beenden. Wichtig ist uns, dass die Qualität der Beratungsleistung stimmt, und sauber gearbeitet wird", zitiert vwd den Universal-Geschäftsführer Bernd Vorbeck.


vwd zitiert Fonds-Berater Förtsch: "Habe mir nichts vorzuwerfen"


Um 14:50 meldet sich Bernd Förtsch zu Wort und wird von vwd so zitiert: "Er habe sich nichts vorzuwerfen, kommentierte Bernd Förtsch, Chefredakteur des Anlegermagazins Der Aktionär, einen Bericht der Bild vom Dienstag zum Haftbefehl gegen seinen stellvertretenden Chefredakteur Sascha Opel wegen des Verdachts auf Insiderhandel. Opel sei bereits seit Donnerstag vergangener Woche suspendiert, bliebe aber in seinen Augen bis zum Beweis des Gegenteils unschuldig." Weiter heißt es, Förtsch werde sich am Dienstag kommender Woche gegenüber dem Landeskriminalamt Stuttgart erklären. Es sei ihm wichtig, die Sache möglichst schnell vom Tisch zu bringen. Denn augenblicklich seien viele Banken dabei, Anlegern telefonisch zum Verkauf der "Förtsch-Fonds" zu raten. Jetzt, da er angeschlagen sei, stünden immerhin rund drei Mrd DEM, die er derzeit unter Beratung habe, zur Disposition. "Wir prüfen derzeit, ob und wie wir rechtlich gegen die Bild-Zeitung vorgehen können", sagte Förtsch weiter gegenüber vwd. Derzeit sei man dabei, die materiellen und immmateriellen Schäden, die der Bild-Bericht verursacht habe, festzustellen, heißt es abschließend.


DSW: "Wir begrüßen es, wenn Behörden durchgreifen"


Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. (DSW), Düsseldorf, begrüßt die Ermittlungen wegen des Verdachts auf verbotenen Insiderhandel gegen Sascha Opel, meldet vwd um 17:10. Auch wenn solche Aktionen möglicherweise zu spät kämen, seien sie doch positiv für die Aktienkultur in Deutschland, sagte Jürgen Kurz, Sprecher der Düsseldorfer Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. (DSW), auf Anfrage gegenüber vwd. Das Verfahren gegen den stellvertretenden Chefredakteur des Anlegermagazins "Der Aktionär" habe jetzt die Stuttgarter Staatsanwaltschaft eingeleitet. Gleichzeitig sei damit der Fonds-Berater und Chefredakteur von "Der Aktionär", Bernd Förtsch, belastet worden.


Für beide gelte freilich zunächst die Maxime "in dubio pro reo", sagte Kurz weiter zu vwd. Nichtsdestotrotz gäbe es in Deutschland beispielsweise mit der 3sat Börse Plattformen, die Manipulationen zumindest erleichterten. Vor solch einer Kulisse könnten dann prominente "Aktien-Experten" wie seinerzeit etwa Egbert Prior ihr "vorkaufen-anpreisen-verkaufen"-Unwesen treiben, so Kurz zu vwd. Derzeit fehlten der Aufsichtsbehörde in Deutschland noch die Sanktionsmechanismen, um dem Treiben ein Ende zu setzen. Auch die Staatsanwaltschaften seien bezüglich der Thematik vielfach noch zu unbedarft, sagte Kurz weiter. Letztendlich führe kein Weg daran vorbei, sich bei der Wertpapieraufsicht am amerikanischen Beispiel zu orientierten, heißt es bei vwd abschließend.

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